prue: We used to be friends... - Teil 4
Datum: Sonntag, 07. März 2010 @ 17:22:10 Uhr
Thema: Allgemeine Story



Autor: prue
Titel: We used to be friends...
Inhalt: ... Ich saß auf glühenden Kohlen und hätte Dick am liebsten sofort gefragt, was Logan damals angestellt hatte...
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Teil: 4/?
Disclaimer: Alle in dieser Story verwendeten Charaktere und Grundkonzepte sind Eigentum der jeweiligen Rechteinhaber. Sie werden einzig und allein zu Unterhaltungszwecken genutzt. Eine Copyright-Verletzung ist weder beabsichtigt noch impliziert.
Hauptcharakter(e)/Paar(e): Veronica Mars, Dick Casablancas
Kommentar: Ganz vielen Dank an nisa fürs Betalesen!



 

Teil 4

Ich saß auf glühenden Kohlen und hätte Dick am liebsten sofort gefragt, was Logan damals angestellt hatte. Aber ich spürte, dass ich mit Dick Ärger bekommen würde, wenn ich quasi mit der Tür ins Haus fallen würde. Mit Mühe zügelte ich also meine Neugier. Die Fahrt zu dem Hotel verlief zum Glück kurzweilig. Dick war gut gelaunt und alberte herum.

Kaum dass wir angekommen waren, wäre ich am liebsten sofort los, schon alleine, um nicht an Logan zu denken zu müssen, und hätte die Lage erkundet. Aber Dick packte mich an den Schultern und blickte mich eindringlich an.

„Veronica, bleib locker. Wenn du gleich lospirschst, verschreckst du die Leute nur. Wir spielen heute Abend beim Essen das verliebte Pärchen und versuchen wie besprochen mit den Typen ins Gespräch zu kommen, okay?“

Ich wusste, dass der Recht hatte. Mir fiel es einfach schwer, nichts zu tun, obwohl die Möglichkeit an sich bestünde. Ich stimmte Dick mit einem Nicken zu.

Da ich nun nichts zu tun hatte, ließ ich mich auf das große King Size Bett fallen. Es federte bequem. Dick hatte wirklich das beste Zimmer des Hauses gebucht. Mir gefiel das rustikale Ambiente mit dem gekonnten Mix aus hellen und dunklen Hölzern. Auch die Lage des Hotels war wirklich einmalig, sanft eingebettet zwischen bewaldeten Hügeln. Der große Golfplatz erstreckte sich hinter der Hotelanlage.

„Dick“, begann ich zögernd.

„Hm?“, er kam zurück aus dem Bad.

„Ich habe diese Woche deinen Streit mit Logan mitbekommen…“

„Ich verkneife mir die Frage, wieso du den mitbekommen hast. Ich will gar nicht wissen, ob du mir oder Logan nachgestellt hast“, sagte er mit bitterem Unterton in der Stimme.

„Ich habe niemanden nachgestellt“, verteidigte ich mich. „Ich war zufällig da.“ Nun ja, mehr oder weniger.

Dick blickte mich direkt an. Er schüttelte energisch den Kopf. „Logan soll es dir selber sagen.“

„Ich will es aber von dir wissen.“

Mein Gegenüber verzog das Gesicht. „Bisher hast du dich doch vor keiner Konfrontation gescheut!?“

„Ich scheue mich auch nicht vor einer Konfrontation mit Logan. Aber er ist mittlerweile verheiratet und ich will nicht in alten Wunden rühren.“

„Wie edelmütig! Entdeckst du gerade eine neue Seite an dir?“ Ich unterdrückte eine bissige Antwort in der Hoffnung, dass mir Dick doch verraten würde, was Logan getan hatte. Aber schwieg.

Ich wollte nachhaken, aber Dick bremste mich aus: „Gib es auf, Veronica Mars. Wir sind doch wegen deinen Schmuckdieben hier und nicht wegen Logans Geheimnis… oder? Wir ziehen das Wochenende jetzt wie geplant durch okay?“

Dick war sauer. Anscheinend fiel es ihm doch nicht so leicht, wie behauptet, mit mir in Kurzurlaub zu fahren. Wenn ich es mir nicht komplett mit ihm verderben wollte, musste ich einen Gang zurückschalten. Ich brauchte Dick schließlich dieses Wochenende noch…

„Tut mir leid“, sagte ich versöhnlich und ich glaube, ich meinte es auch wirklich so.

Dick nickte, ein Lächeln huschte über sein Gesicht. Er schloss die Distanz zu mir. Der Duft seines Rasierwassers vermischte sich mit seinem eigenen herb-männlichen Geruch. Wie benebelt schluckte ich und hielt tatsächlich einen Moment lang die Luft an.

„Komm, wir gehen essen“, Dick grinste, hakte mich unter und zog mich mit Leichtigkeit die Tür hinaus.

XXX

Dick gelang es dank seines Charmes, die Kellnerin in dem edlen hauseigenen Restaurant um den Finger zu wickeln und erfuhr, dass tatsächlich ein Herr Thomas Smith, den ich in Verdacht hatte, zu der Schmuckbande zu gehören, mitsamt seiner Frau anwesend war. Sie deutete zu einem Tisch in der Nähe des Kamins. Schnell gab ich an, leicht zu frieren und äußerte den Wunsch ebenfalls in der Kaminecke sitzen zu wollen. Die Kellnerin brachte uns nichts Böses vermutend zu einem freien Tisch neben dem Kamin.

„Du warst gut“, lobte ich Dick anerkennend.

„Nun“, er grinste wieder breit. „Zum Einen war ich mit einer ziemlichen Nervensäge in einem Jahrgang, von ich quasi ungewollt gelernt habe wie man von allen möglichen Leuten die gewünschten Informationen erhält und zum anderen – ich kann es nur immer wieder betonen – ich bin Dick Casablancas... das ist mein Charme, Süße!“ Mit Sieger-Pose lehnte er sich im Stuhl zurück.

„Komm mal wieder runter, Handsome!“, lachte ich. Spielerisch knuffte ihn in die Seite. Er versuchte mich abzuwehren.

Wir lachten beide laut heraus. Thomas Smith drehte sich am Nachbartisch verwundert und auch ein wenig empört über unser lautes Herumgealbere um.

„Entschuldigung“, Dick reichte ihm versöhnlich die Hand. „Richard Casablancas… das ist meine Frau Veronica.“

Ich lächelte freundlich. Der Name Casablancas war offensichtlich noch immer bekannt oder zeigte Wirkung.

Schon wenige Minuten später waren die beiden Männer in ein Gespräch über Immobilien vertieft. Noch bevor ich überlegen musste, wie ich mit Thomas Smith' Frau ins Gespräch kommen könnte, fragte sie mich nach meiner Handtasche, die zwar kein Designermodell war, wohl aber so aussah. Ich gab das naive Blondchen und war tatsächlich kurz darauf in ein ernsthaftes Gespräch über Wimperntusche und Lidschatten verwickelt. Krampfhaft bemüht, kramte ich mein Wissen aus den vielen Frauenzeitschriften hervor, die in meinem Büro für die Kundschaft auslagen.

Der Abend verlief tatsächlich kurzweilig. Nach einem wirklichen guten Steak mit Bratkartoffeln waren wir gemeinsam mit den Smith' in die Bar umgesiedelt. Dick war zuvorkommend, charmant und ein wirklich guter Unterhalter. Ich konnte zum ersten Mal erahnen, was die Mädels früher an ihm gefunden hatten. Wenn auch damals seine Art direkter und seine Späße wesentlich derber gewesen waren. Für den nächsten Tag verabredeten wir uns mit den Smith' zum Golfen.

„Der Abend ist ja wirklich Spitze gelaufen. So können wir unauffällig an Thomas dran bleiben. Sollte der Sohn meiner Mandantin mit ihm Kontakt aufnehmen, werden wir es mühelos mitbekommen! Hast du sonst noch was erfahren können?“, fragte ich Dick nachdem wir zurück auf unserem Zimmer waren und sank dabei müde auf das Bett.

„Und das fragt mich Veronica, die große Detektivin!“

„Na du warst an der Quelle…“, verteidigte ich mich. „Sie war ja tatsächlich ganz nett, aber leider eher nur das schmückende Beiwerk...“

Dick warf sich ebenfalls auf das Bett und rollte sich zu mir hin. „Das warst du aber auch, oder?“

Noch bevor ist irgendwas erwidern konnte, küsste er mich schon. Mit sanfter Gewalt drückte er mich auf das weiche Laken. Ich zeige nicht gerne Schwächen und gebe mich oftmals bewusst nicht als typisches Mädchen, obwohl ich genau das vor langer Zeit einmal gewesen bin. Nur manchmal sehne ich mich danach, mich einfach fallen zu lassen, nichts mehr zu denken und mich jemandem hinzugeben. Unter Dicks einfühlsamen Händen war es leicht, nachzugeben und sich wie warmes Wachs zu fühlen…

Ich wachte mit den ersten Sonnenstrahlen auf, die mich geradezu neckisch an der Nase kitzelten. Wohlig räkelte ich mich in dem warmen Bett, realisierte ganz langsam, dass ich an Dicks Schulter lag, meinen linken Arm locker auf seiner Brust liegend. Nach einem kurzen Moment, den ich brauchte, um wirklich wach zu werden, stand ich auf. Es war noch ziemlich früh, dennoch entschied ich, mich gleich zu duschen. Als ich eingewickelt in eines der flauschigen Handtücher zurück ins Zimmer kam, war Dick bereits wach. Er saß auf der Bettkante und gähnte.

„Guten Morgen, Veronica“, sagte er liebevoll. Obwohl ich ihn mittlerweile bereits als völlig neuen Menschen kennen gelernt hatte, klang dieser Tonfall immer noch ungewohnt für mich.

„Guten Morgen“, erwiderte ich. Erstaunt registrierte ich, dass es mir weder peinlich noch sonst wie unangenehm war, Dick nur mit einem Handtuch bekleidet gegenüberzustehen.

„Wann treffen wir uns auf dem Golfplatz?“, fragte ich ziemlich geschäftsmäßig.

Dick verzog das Gesicht. „Typisch Veronica. Immer im Dienst.“

„Ich bin nicht mehr beim FBI.“

„Dann eben bei der Arbeit.“ Er klang säuerlich.

„Genau deshalb sind wir hier, schon vergessen, Dick?“ Ich zog mit einem energischen Schwung meine beige Stoffhose aus der Tasche.

„Nein, wie könnte ich“, er stand auf, „du erinnerst mich ständig daran.“

„Ach ja?“ Ich verschwand wieder im Bad. Ich konnte es nicht verhindern, dass ich, während ich mir die Haare föhnte, über Logan und seine geheimnisvolle Tat nachdachte. Ich ackerte systematisch die Jahre an der Uni durch, um vielleicht einen Hinweis, ein merkwürdiges Verhalten oder sonst einen Anhaltspunkt zu finden. Aber es war aussichtslos, die Jahre lagen bereits zu lange zurück. Und Logan konnte ein Geheimnis gut verbergen. Der Umstand, dass ich keinen blassen Schimmer hatte, machte mich binnen der wenigen Minuten, die ich zum Föhnen brauchte, fast wahnsinnig. Mit energischen Schritten verließ ich zwar mit trockenen Haaren, aber ganz gefangen in meinen Gedanken, das Badezimmer.

„Ich will wissen, was Logan damals getan hat“, platzte ich heraus.

Dick rollte mit den Augen. „Verdammt, … Ich dachte, das Thema wäre durch.“

„Tut mir leid, ist es nicht“, ich stemmte die Hände in die Hüften. Meine Augen funkelten herausfordernd. „Es betrifft mich und genau deshalb hab ich ein Recht es jetzt zu erfahren.“

„Und wenn ich es dir nicht sage? Was machst du dann? Mich verprügeln?“ Es sagte es abfällig mit ironischem Unterton. In diesem Moment erkannte ich den alten Dick wieder, den Dick von früher. Diese Tatsache wirkte wie ein Katalysator auf mein Bestreben. Scheinbar lässig baute ich mich mit hoch erhobenem Kopf vor ihm auf: „Ich hab meinen Elektroschocker noch...“

„Uh! Dann beuge ich mich vor der Gewalt“, er machte einen überzogenen Diener. „Wenn du es unbedingt wissen willst! Bitte! Hast du dich nie gefragt, wieso Piz dich verlassen hat?“

„Piz? Was? Nein!?“

„Obwohl er doch sooo in dich verknallt war…“, Dick legte die Stirn in Falten und mimte einen treu-doofen Blick. Dann verwandelten sich seine Züge in ein überhebliches Grinsen. „Logan hat ihm Geld gegeben!“

Obwohl es wirklich Jahre zurücklag, brach eine Welt zusammen. Enttäuschung und Wut schäumten in mir auf. Ich schnappte nach Luft. „Was? Aber wieso.. und wieso hat Piz das Geld genommen?“ Ich konnte es nicht verhindern, dass sich meine Augen mit Tränen füllten. Ich wusste nicht, was ich entgegnen sollte, wollte eigentlich auch nichts erwidern. Logan hatte mich wie ein Stück Vieh frei gekauft und mein damaliger Freund hatte sich auf diesen Handel – aus welchen Gründen auch immer – eingelassen. Schmerzhaft zog sich mein Brustkorb zusammen. Plötzlich bekam ich keine Luft mehr. Ich musste raus. Fluchtartig, fast schon panisch, rannte ich aus dem Zimmer und knallte die Tür hinter mir mit Schwung ins Schloss.

 

XXX

Stöhnend wachte ich auf. Wo war ich? Wie viel Zeit war vergangen? Meine Hände zuckten an meinem vor Schmerz dröhnenden Kopf. Eine Platzwunde… verkrustetes Blut. Ein Stöhnen entwich mir. Wo war ich? Eine dreckige Glühbirne sorgte für schwaches Licht. Graue Betonwände. Eine schwere Stahltür. Mühsam rappelte ich mich auf, realisierte nur ganz langsam, dass ich irgendwo eingesperrt war…

Tbc.......

@Edea: Ja, ich mochte Dick damals auch schon.. grad die Typen sind doch später die Netten... ;o) Denk ich mal, aber so ein wenig "alter" Dick kommt halt schon immer mal wieder durch, auch wenn er jetzt eher ernstere Töne anschlägt.. Nun, Logan, da weiss ich noch nicht so recht wo das hinführt, lassen wir uns überraschen!LG prue

@vel: Jaja, aber mich drängeln ;o) Dein Kommi trifft es, ein Geheimnis jagt das andere. Ich fand Veronica auch in der Serie ein wenig unentschlossen... so ganz sicher war sie sich nie, so kam mir es jedenfalls vor... LG prue

@nisa: Lieben Dank für den tollen Kommi. Ich finde es hat auch was, die Figuren nicht zu kennen. Man ist freier in der Vorstellung. So fand ich auch deine Bobby-Story total toll ohne zu wissen, wer genau er ist. Jetzt weiß ich es und es hat sich alles super zusammengefügt... LG prue







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