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 Red-Sydney: The Ripper Chronicles - Teil 13
Geschrieben von Red-Sydney am Mittwoch, 28. Juli 2010 @ 20:59:44 Uhr



Autor: Red-Sydney
Titel: The Ripper Chronicles
Inhalt: Wünsche haben eine gefährliche Macht. Unterstützt von dämonischer Hilfe entwickeln sie eine Eigendynamik, die sich der Wünschende nie hätte vorstellen können. Das muss auch Ethan Rayne erkennen, als er glaubt, durch das Herbeirufen eines Rachedämons seiner Zelle im Militärgefängnis von Nevada zu entkommen zu können...
Altersfreigabe: ab 18 Jahren
Teil: 13/?
Disclaimer: Alle in dieser Story verwendeten Charaktere und Grundkonzepte sind Eigentum der jeweiligen Rechteinhaber. Sie werden einzig und allein zu Unterhaltungszwecken genutzt. Eine Copyright-Verletzung ist weder beabsichtigt noch impliziert.
Hauptcharakter(e)/Paar(e): Ethan/Ripper



 

Fights

Sein Gefängnis flackerte immer heftiger, nachdem Janna den Raum verlassen hatte. Aber das ging Ethan nicht schnell genug. Das war die Gelegenheit, dieser Irren zu entkommen, und die wollte er sich nicht entgehen lassen. Außerdem kribbelten seine Arme und Beine bereits so sehr, dass er befürchtete, sie wären bald eingeschlafen. Er wollte nicht unbedingt hier hängen, bis ihm sämtliche Extremitäten abgestorben waren.
Und nebenbei wollte er natürlich auch das Buch mitgehen lassen, um die gute Jenny wirklich zu ärgern. Vielleicht sollte er sogar etwas mehr einsacken, damit sich dieser Beutezug so richtig lohnte!
Aber zuerst musste er sich von diesem magischen Netz befreien.
Konzentriert schloss er die Augen. Falls er für diese neue, positive Entwicklung verantwortlich war, sollte er besser seine unbewussten Bemühungen verstärken. Und falls nicht, würde er dem Ripper dabei helfen, ihn zu befreien.

Allmählich entspannte er sich und ließ sich fallen. Bewusst Magie einzusetzen würde ihn nur weiter in die Scheiße reiten. Wenn er jedoch überhaupt keine Gegenwehr leistete, würde er hoffentlich geradewegs durch das Netz flutschen. So konnte er einigermaßen sicher sein, dass er entkommen würde, ob nun er für dieses kleine Wunder verantwortlich war oder Rupert.
Triumphierend registrierte er, dass es funktionierte. Selbst durch seine geschlossenen Lider bemerkte er, dass das Flackern immer stärker wurde. Und der Druck auf seinen geliebten Körper ließ mehr und mehr nach. Ein leichtes Brennen an seiner Hüfte irritierte ihn zwar, aber es war nicht der Rede wert. Hauptsache, er war bald frei.
Bald konnte er seine Füße wieder völlig frei bewegen. Dann seine Beine und Arme. Schließlich büßte das Strahlen um ihn herum stückweise seine Intensität ein, bis das stetig anwachsende Knistern mit einem Mal völlig verstummte.
Und er mit einem schmerzhaften Aufprall auf dem Boden landete.
Ungehalten stand er auf. Wenn der Ripper wirklich für seine Befreiung gesorgt hatte, würde dieser besserwisserische Möchtegernweltherrscher aber was erleben!

Prüfend sah er sich um. Das Buch und die netten Unterlagen mit der noch nettern Randnotiz lagen so unschuldig und hilflos genau in seiner Reichweite. Die gute Jenny hätte sie nicht mit ihm alleine lassen sollen.
Eilig packte er alles zusammen und presste es mit beiden Armen gegen die Brust, damit es ihm nicht herunterfiel. Ein fast aussichtsloses Unterfangen, da allein das Buch ein richtig dicker Wälzer war. Aber in Ruperts Augen machte das sowieso erst richtig guten Lesestoff aus. Er selbst las zwar auch hin und wieder sehr gerne, besonders Werke über Dämonenbeschwörung und nette kleine Zaubersprüche, die seinen Mitmenschen den letzten Nerv rauben konnten. Doch zu viele Seiten waren nur etwas für Leute mit unendlicher Geduld. Und der Bereitschaft, tagelang nach einer einzigen winzigen Information zu suchen. Der Ripper konnte seiner Meinung nach gerne diese Arbeit übernehmen.

Das Einzige, was ihn jetzt störte, war dieses Brennen, das allmählich abklang. Einer Eingebung folgend griff er in seine linke Hosentasche und zog einen unsichtbaren Gegenstand heraus, der fühlbar die Form eines lang gezogenen Eies hatte.
War das das steinerne Auge? Er hatte sich bereits gefragt, ob es überhaupt noch in seinem Besitz war. Bewusst mitgenommen hatte er es auf jeden Fall nicht. Entweder trug er das gute Stück immer mit sich herum, was äußerst praktisch war. Oder Rupert hatte es ihm zugesteckt, was er dem alten Fuchs durchaus zutrauen würde.
Nun, auf diese Weise konnte er sicher sein, dass sein Freund soviel wie möglich mitbekommen hatte. Und da ein steinernes Auge nicht nur visuelle, sondern auch akustische Reize weiterleitete, musste der Ripper bereits wissen, dass eine Falle auf ihn wartete. Hoffentlich wusste er auch, wie er sie umgehen konnte.

Eilig machte er sich auf den Weg zum Ausgang, dorthin, wodurch auch Janna verschwunden war. Auf keinen Fall wollte er ihr die Gelegenheit geben, ihn wieder zu fesseln, selbst wenn er bezweifelte, dass sie jetzt noch dazu fähig war. Sonst hätte sie nicht Rack aufsuchen müssen, um sich dieses nette Spielzeug zu besorgen.
Kaum verließ er den langen Raum, in dem er gefangen gehalten worden war, betrat er ein imposantes Treppenhaus. Direkt vor ihm, auf der anderen Seite, war ein riesiges, rundes Buntglasfenster in die Wand eingelassen, durch das Sonnenlicht schillernd ins Innere fiel. Breite, steinerne Stufen, flankiert von hohen Geländern, führten wenige Meter von ihm entfernt hinunter in eine große Halle. Zwei große Löwen mit aufgerissenen Mäulern beschützten rechts und links, jeweils auf einem Podest sitzend, die Geländer vor bösen oder besonders dummen Feinden, die sich davon abgeschreckt wurden oder imponiert waren.
Alles in allem war es typisch protzig-amerikanischer Kolonialstil.

Wachsam sah er sich um, nur für den Fall, dass die gute Jenny einen schwer auszumachenden Bewacher dagelassen hatte, der ihn an einer Flucht hindern sollte. Doch scheinbar arbeitete sie nicht gerne mit anderen zusammen. Oder die anderen nicht mit ihr. Was er ja so überhaupt nicht nachvollziehen konnte.
Grinsend machte er sich auf den Weg nach unten, aber die Spur eines unguten Gefühls blieb. Noch war er nicht draußen. Und noch wusste er nicht, was ihn dort erwartete.
Eilig durchquerte er die Halle und steuerte zielstrebig auf eine große, zweiflüglige Holztür mit dicken Eisenbeschlägen zu. Sie war geschlossen und er rechnete dank ihres massiven Äußeren bereits damit, einen Zauber einsetzen zu müssen, um sie zu überwinden.
Umso erstaunter war er daher, als er sie einfach öffnen konnte. Allmählich fühlte er sich vernachlässigt. Immerhin war er ein mächtiger Hexer und in der Lage, Magie anzuwenden, die der Ripper nicht beherrschte. Nur weil sich sein Ich in dieser Realität für Seherfähigkeiten entschieden hatte, bedeutete dies nicht, dass er ein Weichei war.
Er war zu wesentlich mehr imstande.

In diesem Moment hörte er es. Das Klirren von Metall, das auf Metall schlug. Kämpfte dieser Idiot etwa mit einer herkömmlichen Waffe gegen eine geübte Auftragskillerin? War Rupert so eingeschüchtert von der Tatsache, dass Jannas Spezialklingen Magie abwehren konnten, um ganz auf seine enormen Fähigkeiten zu verzichten? Das konnte er sich bei dem Angeber gar nicht vorstellen. Besonders nicht gegenüber der Frau, die dieser in einer anderen Realität dermaßen vergöttert hatte.
Mit einem unguten Gefühl trat er hinaus in den großen Vorhof. Entgegen seinen Erwartungen war von den beiden Schwertliebhabern nichts zu sehen. Vorsichtig folgte er den Geräuschen über den völlig leeren Hof hinweg zu einem schmalen Seitengang. Jedenfalls dachte er, dass dieser nur sehr schmal war. In Wirklichkeit konnte dort eine vierspännige Kutsche wenden. Oder ein breiter SUV, was jedoch bei dieser burgähnlichen Anlage ein richtiger Stilbruch gewesen wäre. Genau wie die modernen Outfits der beiden Gegner.

Diese standen sich am anderen Ende der Gasse gegenüber und schlugen mit ihren Waffen aufeinander ein, als befänden sie sich bei einem vorgetäuschten Ritterturnier auf einem Mittelalterfestival. Fehlten nur noch die Rüstungen und die Schilde.
Zwischen den Kampfstilen der beiden gab es sichtliche Unterschiede. Der Ripper war stärker und in der Lage, sein Schwert mit gehöriger Wucht zu schwingen. Zudem war er relativ leichtfüßig auf den Beinen.
Aber die gute Jenny war eindeutig schneller und wendiger. Sie wich zahlreichen, sehr gut gezielten Schlägen im letzten Moment aus und versuchte sofort, eine noch so winzige Lücke für einen Gegenangriff zu finden.
Aber der alte Angeber schirmte sich gekonnt ab. Und genau machte Ethan allmählich wütend. Denn selbst für einen kompletten Idioten war es mehr als ersichtlich, dass Rupert regelrecht mit seiner Gegnerin spielte. Bestimmt hätte er sie schon mehrere Male töten können, doch er tat es einfach nicht. Entweder wollte er über das übliche Maß hinaus angeben. Oder ihm gefiel es, mit Janna zu kämpfen.
Vermutlich traf sogar beides zu.

Der Ripper war ein dämlicher Schwachkopf. Er setzte ihr beider Leben aufs Spiel für ein bisschen Vergnügen. Die Zigeunerin würde sich sicherlich nicht von seinem professionellen Umgang mit dem Schwert beeindrucken lassen und von einer Sekunde auf die andere vergessen, sie umbringen zu wollen. So toll schlug sich sein Freund nun auch wieder nicht.
Janna dagegen kämpfte wie eine Verbissene. Man merkte ihr deutlich an, dass sie entschlossen war, ihren Feind zu töten. Sie war eine Furie, die sich noch dazu so zurückhalten konnte, um ihre Wut zu kanalisieren und nicht in blinde Raserei ausarten zu lassen. Sie beherrschte sich in gewisser Weise, um die Kontrolle über die Situation zu behalten und zu verhindern, dass Rupert die Oberhand gewann.
Wenn man sich die beiden Kontrollfreaks so ansah, waren sie eigentlich ein richtig süßes Pärchen. Nur dass sie den Rosenkrieg bereits vor dem ersten Sex ausfochten.

Am liebsten hätte er eingegriffen, um diesem ganzen Spektakel ein schnelles Ende zu bereiten. Es mochte ja Menschen geben, die so etwas mit Spannung verfolgten oder sogar ihre Favoriten anfeuerten. Aber er hatte weder ein Fähnchen mit dem Namen des Rippers bei sich noch eine Videokamera, um ein schönes Actionfilmchen zu drehen.
Leider wusste er nicht, was genau er unternehmen sollte, damit seine Intervention auch erfolgreich war. Die Waffen der Zigeunerin waren gegen Magie immun und er musste genau zielen, um sie zu treffen. Bei ihrer Kampftaktik war dies ein riskantes Unterfangen, da sie ihren Körper geschickt durch ihr Schwert zu schützen wusste.
Er musste auf den richtigen Augenblick warten. Oder er überließ Rupert die ganze Arbeit und war gezwungen zu hoffen, dass dieser die Situation endlich ernst nahm.
Seufzend drückte er das Buch und die vielen Mappen mit dem linken Arm an sich und hob leicht die rechte Hand, die er nun einigermaßen frei bewegen konnte. Er konzentrierte sich, verließ sich auf seine Intuition und die Kräfte in seinem Inneren und erschuf einen rotglühenden Ball aus magischem Feuer.

Dieser war etwas klein, aber er wollte nicht, dass Janna ihn sofort bemerkte und gewarnt war. Sonst machte es doch überhaupt keinen Spaß, wenn das Ding mitten auf ihrer Brust explodierte. Ein überrascht schockierter Gesichtsausdruck war Gold wert. Und die Reaktion des Rippers wäre bestimmt ebenso unbezahlbar, vor allem wenn er ihm auf diese Weise seine Spielereien versaute.
Der Kampf erreichte inzwischen seine heiße Phase. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Immer wieder sprühten Funken, als Metall immer wieder mit voller Wucht auf Metall traf. Beide Gegner schenkten sich wirklich nichts und endlich schien Rupert das Ganze etwas ernster zu nehmen. Denn er legte erstaunlich an Kraft und Schnelligkeit zu und schaffte es sogar, ihren Mantel an drei Stellen aufzuschlitzen.
Am liebsten hätte Ethan ihm zugerufen, die Frau ernstlich zu verletzen, anstatt zu versuchen, ihr die Kleidung vom Leib zu schneiden.

Die Zigeunerin hingegen wurde durch ihre Wunden, die nur kleine, schmerzlose Kratzer sein konnten, erst richtig angestachelt. Vermutlich war sie wild entschlossen, ihrem Feind jede einzelne Verletzung doppelt und dreifach zurückzuzahlen. Sie wirbelte wie ein tödliches, flinkes Insekt um ihr Opfer herum und stach und schlug stets in die Lücken, die ihr der Ripper für kurze Momente anbot. Aber sie landete lange keinen einzigen Treffer. Ihr Gegner schaffte es meist im letzten Augenblick, ihr auszuweichen oder ihren Angriff zu parieren und abzulenken. Dadurch geriet er aber mehr und mehr in die Defensive.
Schließlich war er bloß noch in der Lage, zu reagieren. Doch dies tat er mit der nötigen Kraft und Härte, sodass Janna allmählich einiges von ihrer überschäumenden Energie einbüßte. Ihre Bewegungen wurden ungelenker, mechanischer, als müsste sie ihren Körper allmählich regelrecht dazu zwingen, die Bewegungen auszuführen.

Das unglaublich Positive daran war, dass sie sich nun völlig auf Rupert konzentrierte. Sie war richtig auf ihn fixiert und blendete ihre Umgebung vollkommen aus, wahrscheinlich um keine noch so winzige Schwachstelle zu übersehen.
Der perfekte Zeitpunkt, um sich einzumischen und das Geplänkel der beiden Möchtegernverliebten zu unterbinden.
Er holte aus, zielte und schleuderte den Feuerball. Das Geschoss flog in einem eleganten Bogen auf die Zigeunerin zu.
Und traf den Griff ihres Schwerts.
Ethan verfluchte sich im Stillen für die schwache Wirkung, doch wenigstens wurde ihr ihre Waffe aus den Händen geschleudert. Vielleicht war das auch besser so, denn er bezweifelte, dass eine schwere Brandwunde diese Kampfmaschine davon abgehalten hätte, weiter auf seinen Freund einzudreschen.

Janna warf ihm einen kurzen Blick zu und funkelte ihn böse an. Der Ripper hingegen sah nicht einmal zu ihm hinüber, sondern nutzte die Chance und holte aus. Seiner Gegnerin gelang es gerade noch, sich zu ducken und dem Schwerthieb um Haaresbreite auszuweichen. Dann startete sie einen Gegenangriff.
Ihre Faust traf Rupert direkt in den Magen und dieser taumelte ein paar Zentimeter zurück. Die gute Jenny zögerte nicht und trat nach. Richtig schmerzhaft mitten in die Kronjuwelen und so schwungvoll, dass sich selbst Ethan mit gequälter Miene abwenden musste.
Das war eindeutig absolut unfair gewesen.
Plötzlich hörte er ein leises Sirren und drehte sich schnell wieder um. Die Zigeunerin hatte sich zurückgezogen, eine handliche kleine Miniaturarmbrust aus ihrem Handtäschchen gezaubert und einen Pfeil in Richtung Dach hinter ihr abgeschossen.
Wenige Sekunden später wurde sie an einem dünnen Drahtseil, das sie an dem Gürtel um ihrer Taille befestigt hatte, in die Luft gezogen und verschwand auf dem Gebäude, aus welchem Ethan erst vor kurzem geflohen war. Innerhalb kurzer Zeit war sie bereits aus seinem Sichtfeld verschwunden.
Soviel dazu, dass sie sie unbedingt umbringen mussten, bevor sie sie köpfte.

Dasselbe schien auch der Ripper zu denken, so wie er ihn ansah. Aber daran war dieser Bastard ganz allein schuld. Hätte er keine Spielchen veranstaltet, sondern Janna sofort erledigt, wäre sie auf keinen Fall entkommen. Er hatte nur dafür gesorgt, dass sein alter Freund nicht filetiert wurde.
Sichtlich ungehalten stapfte dieser auf ihn zu. „Was war denn das bitte?“, blaffte er ihn aus der Ferne an.
Ethan verdrehte genervt die Augen. „Das nennt sich Feuerball oder Magieattacke. Etwas das wir beide sehr gut beherrschen, weil wir schließlich Zauberer sind.“ Rupert schenkte ihm einen zornigen Blick und er beschloss, noch einen draufzusetzen. „Oder Hexenmeister, wenn du dieses Wort cooler findest.“
Der Ripper blieb mit einem grimmigen Seufzen vor ihm stehen. „Ich hatte sie fast soweit. Und dann hast du alles ruiniert.“

Ethan musterte ihn vorwurfsvoll. „Du hattest sie fast soweit, was zu tun? Dich umzubringen oder sich die Fetzen ihrer schicken Kleidung vom Leib zu reißen, die du so formvollendet ruiniert hast?“
Rupert runzelte die Stirn und starrte ihn durchdringend an. „Das waren ein paar Kratzer. Ich wollte sie schwächen.“
Schwächen! So konnte man es auch ausdrücken. „Dann gibst du also zu, dass du nicht in der Lage warst, sie zu töten?“
Sein alter Freund schnaubte und schob sich an ihm vorbei. „Ich wollte sie testen.“
Was für eine dämliche Ausrede! Der Chaosmagier schüttelte fassungslos den Kopf.
Doch er kam nicht dazu, eine sarkastische Antwort zu geben. Denn sein besserwisserischer Partner musste natürlich wieder von sich ablenken. „Übrigens: Ein schöner Tag für einen Spaziergang, nicht? Deine Sprüche waren auch schon mal besser. Sie muss dich ja ganz schön eingeschüchtert haben.“
Ach? Er war derjenige, der eingeschüchtert war? Er war nicht derjenige gewesen, der ihre Todfeindin nicht umgebracht hatte, um sie zu testen. „Vielleicht lag das daran, dass ich in einem magischen Netz gefangen war, weil so ein dämlicher Vollidiot mich auf dieser Anhöhe zurückgelassen hat.“

Der Ripper drehte sich nicht einmal zu ihm um, während er weitermarschierte und sein Schwert zurück in die Scheide steckte. „Das gehörte zum Plan.“
Ethan folgte ihm wütend. Oh ja, wie hatte er nur dieses Wunderwerk menschlicher Intelligenz vergessen können? „Das war ein verdammt beschissener Plan.“
„Wenn ich für jedes Mal, das du das sagst, einen Dollar kriegen würde…“ Er konnte regelrecht hören, dass sich Ruperts Lippen zu einem Grinsen verzogen.
Der Kerl war also auch noch stolz auf diesen Umstand! „Das sagt ziemlich viel über deine Pläne aus, findest du nicht?“
Endlich blieb sein alter Freund stehen und drehte sich mit ehrlich verwunderter Miene zu ihm um. „Leidest du etwa unter posttraumatischem Stress?“
Der Chaosmagier verschränkte die Arme vor der Brust und bemühte sich um einen möglichst spöttischen Gesichtsausdruck. „Sag mal, wurde euer Kampf eigentlich live auf dem Sportkanal übertragen? Und bedeutet ihre Flucht jetzt, dass du gewonnen hast? Oder war sie einfach angeödet, weil du sie nicht umbringen wolltest?“

Der Ripper hob tadelnd die rechte Braue. „Du bist doch nur eifersüchtig.“
„Dann bist du ein mieser Schwertkämpfer.“ Er war nicht eifersüchtig! Ethan wurde plötzlich innerlich vollkommen ruhig. Er sah den Giles und die gute Jenny aus seiner Realität vor sich, wie sie einander umarmten. Es gab eine Verbindung zwischen den beiden und er fürchtete, dass diese ihm in dieser Welt zum Verhängnis werden würde. Falls Rupert seine Gefühle für die potentielle Mörderin entdeckte, konnte das fatal enden. Und das musste er irgendwie in diesen Dickschädel einhämmern. „Ich will überleben! Wir haben ihren ganzen verdammten Stamm ausgelöscht und sie wird dir bestimmt keine zweite Gelegenheit geben, sie zu testen.“
Sein alter Freund zog eine gequälte Grimasse. „Denkst du etwa, das ist mir nicht bewusst? Ich habe schließlich gerade gegen sie gekämpft. Ich wollte mir aber trotzdem ihren Stil ansehen und herausfinden, wie weit sie gehen würde.“

Diese Worte klangen so ernst und rational, dass der Chaosmagier ihnen tatsächlich Glauben schenkte. Doch er würde sich hüten, das offen auszusprechen. „Gib es zu: Du wolltest eigentlich herausfinden, wie stabil ihre Kleidung ist.“
Der Ripper verdrehte die Augen, konnte sich aber ein Schmunzeln nicht verkneifen. „Du guckst dir nachts zu viele Pornos an.“
Ethan grinste breit. Der Angeber hatte gar keine Ahnung, was er unter anderen Umständen für ein leichtes Opfer gewesen wäre. „Erstens haben wir auf unserem Zimmer gar keinen Fernseher. Und zweitens bin ich davon überzeugt, dass du schon längst tot am Boden liegen würdest, falls sie statt ihrer Kampf- eine hinterhältige Verführungsnummer durchziehen würde. Bei so einem Masochisten hätte sie verdammt leichtes Spiel.“
Fassungslos starrte Rupert ihm hinterher, während der Chaosmagier ungerührt an ihm vorbeimarschierte. Er hatte bereits fast das große Tor erreicht, das sie in die Freiheit führte, als er hinter sich die stichelnde Stimme seines Freundes vernahm. „Ach, ich bin also der Masochist von uns beiden? Ich werde dich dran erinnern, wenn wir das nächste Mal zusammen im Bett sind.“
Ethan ersparte sich einen Kommentar. Verrückte sollte man schließlich ihren Glauben lassen.


A/N: Jaa, es geht weiter. Der berüchtigte dreizehnte Teil. Da musste ich mich ganz schön reinknien, extra für Koragg :P. Und es gab wieder Ehepaargezicke :D.
Vielen lieben Dank an euch alle für eure Kommis und Punkte.

@Koragg: Also, den Cliffhanger hab ich noch nicht aufgelöst, aber ich hoffe, dass ich ihn auflöse, bis du wiederkommst.
Und weißt gar nicht, was du willst. Einerseits soll Ethan nicht zu überheblich sein, andererseits dann wieder doch :P.
Und der Ripper hat ihn dafür ja schon die Leviten gelesen.

@Eve: Na, jetzt ist das Wetter besser und trotzdem hat der Tag nicht genügend Stunden.
Ich hoffe, du weißt jetzt auch wieder, wo wir sind. Mann, bin ich froh, wenn ich eine dieser drei großen Stories endlich fertig habe.
Und klar ist es ein Null-Acht-Fünfzehn-Plan, aber soviel kann ich schon verraten:Jenny hatte diesmal nicht wirklich vor, die beiden dingfest zu machen und umzubringen. Aber dazu im nächsten Teil mehr.

@Vel: Schön, dass du dich wieder mal meldest.
Ja, das war von Anfang an der Plan. Auch um an das Buch heranzukommen, das ja verzaubert war und die beiden erst in eine Falle locken sollte.
In gewisser Weise ist es wirklich Giles'Verdienst, dass Ethan soviel kann. Aber so lasch war er, denke ich mal, in seiner Realität auch nicht.
Das mit dem Netz erklärt sich im nächsten Kapitel. Da gibt's auf jeden Fall ne logische Erklärung dafür.

@prue: Vielen Dank, schnegge :D. Aber es gibt schon langsamere als dich.
Der gute Ripper weiß schon, was er an Ethan hat, selbst wenn er es nicht immer so deutlich zeigt. Und wie du siehst, hat Ethan sich wirklich befreien und helfen können, auch gegen Ruperts Willen :P.
Zu deiner Theorie: Hm, interessant. In Ansätzen ist sie gar nicht so schlecht. Aber es wird dann doch etwas komplizierter, vor allem was das angeht, dass Ethan in dieser Wunschwelt lernen soll/wird.


 
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"Red-Sydney: The Ripper Chronicles - Teil 13" | Anmelden/Neuanmeldung | 4 Kommentare | Diskussion durchsuchen
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Re: Red-Sydney: The Ripper Chronicles - Teil 13 (Punkte: 1)
von Velence auf Samstag, 31. Juli 2010 @ 21:28:18 Uhr
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Ui, Koragg muss im Urlaub sein, sonst hätte sie längst kommentiert...

Mh, ja, ich bin wirklich nicht der fleißigste Kommentierer. Was nicht heißt, dass ich die Story nicht weiter verfolge. Eigentlich bin ich mit Btvs / Ats durch, aber von Giles und Ethan wurde ich bisher noch nicht übersättigt und du schreibst einfach gut.

Der Fight ist toll bildhaft beschrieben. Das war also das Vorspiel für den eigentlichen Kampf. Da darf man auf das Hauptereignis gespannt sein, wo sie sich jetzt schon kaum Luft gegeben haben.

Das Geplänkel der beiden hat mir auch wieder gefallen.

lg, vel



Re: Red-Sydney: The Ripper Chronicles - Teil 13 (Punkte: 1)
von redangeleve auf Samstag, 31. Juli 2010 @ 23:17:02 Uhr
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Einerseits bin ich ja froh, dass Ethan ungeschoren davon gekommen ist, doch andererseits fand ich diese Flucht fast zu leicht.
Und der Ripper und Jenna kämpfen mit Schwertern? Irgendwie musste ich da gleich an die Merlin Serie denken.^^
Ich verstehe trotzdem nicht, warum Giles die nicht einfach dingfest gemacht hat. Warum nimmt er in Kauf, dass sie entkommt? Zum Herausfinden, was sie drauf hat, ist sie doch eigentlich zu gefährlich, da darf man sie nicht wieder aus den Fingern lassen. Selbst wenn Jenna es nicht darauf abgesehen hatte, sie zu töten, sollten die beiden Magier kein Risiko eingehen.
Egal, den Wortwechsel zwischen den Beiden fand ich übrigens wieder total gut. Koragg wird sich freuen und wir anderen tun dies natürlich auch.



Re: Red-Sydney: The Ripper Chronicles - Teil 13 (Punkte: 1)
von Prue auf Mittwoch, 11. August 2010 @ 22:14:22 Uhr
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Hi Red,

da hast du ja mal wieder alles gegeben! Man hat das Gefühl mit Ethans Augen alles zu sehen.. fast wie bei seiner Fähigkeit! Klasse!

Irgendwie deucht mir das alles zu einfach... okay, es war der Kampf und und und... aber dennoch, ich suche den Pferdefuß bei der doch recht einfachen Flucht... ob da noch was kommt?

Jannas Flucht hat was von den Agentenfilmen, sehr cool!

Bis zum nächsten Teil,

lg prue



Re: Red-Sydney: The Ripper Chronicles - Teil 13 (Punkte: 1)
von Koragg auf Montag, 23. August 2010 @ 09:17:59 Uhr
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Dieser Teil trieft geradezu vor sarkastischen Beschreibung und Gedanken aus Ethans Sicht. Ein um das andere Mal ist mir Lächeln über das Gesicht gehuscht und ich muss sagen, man kann eigentlich gar nicht anders, als diesen Magier auf irgendeine Art und Weise sympathisch zu finden. ;) Den Kampf hast du sehr anschaulich beschrieben und Jennys Flucht scheint ein Ausgleich dafür zu sein, dass sie den beiden Magiern sonst kaum gewachsen ist. Sie bedient sich der modernen Technik, um es wieder wett zu machen. Die kleine Stichellei am Ende war auch wieder mal ganz nach meinem Geschmack uns sowieso die letzten Zeilen waren genial! :P

Das Brennen, was Ethan an der Hüfte spürt, klingt irgendwie verheißungsvoll, weil es mehrmals auftaucht. Haben wir diesbezüglich noch etwas zu erwarten? Eine kleine Nebenwirkung seiner Gefangennahme?

Einziger, winziger Kritikpunkt: Die Stelle, an der Ethan sich die Unterlagen an die Brust presst. Das ist eigentlich eher typisch Frau und vielmehr eine Schutzreaktion. Ich fand es bei Ethan ein wenig unpassend, obwohl es von der Beschreibung deinerseits okay war.

@Velence: Ja, Koragg war im Urlaub, sonst hätte ER längst kommentiert. ;)







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