
Autor: mendalizy
Titel: Böse in mir
Inhalt: Sein Mund war noch blutgefleckt, als er nach seinem nächsten Opfer suchte. Endlich wusste er was bedeutete, aus einem „lebenden“ Körper warmes Blut zu trinken und er wollte dies erneut genießen. Wie ein richtiges Raubtier pirschte er sich an den nächsten Vampir heran und griff ihn von hinten an. Mit seinen spitzen, scharfen Fängen riss er die Haut an dem empfindlichen Hals seines Opfers auf und raubte dem Vampir blitzschnell das Blut, bis dieser im nächsten Moment nur noch ein Haufen Aschen war.
Spoiler: Not Fad Away
Altersfreigabe: ab 16 Jahren
Teil: 8/8
Disclaimer: Alle in dieser Story verwendeten Charaktere und Grundkonzepte sind Eigentum der jeweiligen Rechteinhaber. Sie werden einzig und allein zu Unterhaltungszwecken genutzt. Eine Copyright-Verletzung ist weder beabsichtigt noch impliziert.
Hauptcharakter(e)/Paar(e): Faith/Spike, Peter
Kommentar: Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen. Vielen Dank an Schnatz für Betalesen. Bin gespannt, ob es euch gefällt... Über Kommis freue ich mich natürlich lg mendalizy
Kapitel 8
Am Horizont war die Sonne schon längst nicht mehr sichtbar, aber das Licht des Mondes wollte der kleinen Befreiungsgruppe der Jägerinnen auch nicht helfen. Oben am Himmel gab es nur dunkel Wolken und das Wetter zeigte sich von seiner traurigsten Seite. Es sah fast so aus, als ob die Engel im Himmel die möglichen Opfer schon jetzt betrauern wollten, so sehr regnete es.
Sie alle wussten, dass ihr Plan und ihre Vorbereitungen nicht so richtig ausgearbeitet und bis ins Detail durchdacht waren, aber sie konnten keine weitere Minute mehr vertrödeln. Der Magier hatte erfahren, dass er nach einer erfundenen Jägerin gesucht hatte und war schon auf dem Weg zurück nach Hause. Wenn sie ihn je im Leben besiegen wollten, dann mussten sie die Vampire im Schloss des Magiers noch in dieser Nacht angreifen.
Laut ihres Plans mussten sie die letzten 50 – 60 Meter zu Fuß hinter sich bringen. Sie stellten den Bus am Rand der Strasse ab, stiegen mit langsamen Schritten aus und zogen sofort die Mäntel um ihre Körper enger zusammen. Außer eine Person, hassten sie alle den heftigen Regen. Die männliche Gestalt blieb einen Moment lang stehen, hob den Kopf und genoss die großen Tropfen, die auf seinem Gesicht landeten. Damals, als er noch nach Menschen jagte, mochte er diese nassen Nächte. Wegen des Regens beschäftigten sich seine Opfer gar nicht damit, ob sie von jemandem gefolgt wurden oder nicht. Ohne sich zu sehr anstrengen zu müssen, konnte er an seine Beute wie ein richtiges Raubtier – was er ja wohl auch war - heranpirschen.
„Gehen wir.“ Seine Geliebte fasste ihn im Vorbeigehen sanft an seine Schulter. „Lynn wartet bestimmt schon auf uns.“
„Nein, warte.“ Der blonde Vampir hielt die Frau schnell zurück. „Faith, erinnerst du dich noch an dein Versprechen?“
„Spike.“ Die geliebte Person vor ihm holte einen tiefen Atemzug und schaute ihm mit tränenfeuchten Augen tief in die Augen. „Wenn Du mir gestattest im Hintergrund zu bleiben, dann werde ich mein Versprechen halten. Aber wenn die anderen mich brauchen, dann … dann muss ich auch kämpfen. Egal, ob ich schwanger bin, oder nicht.“
„Ich werde immer da sein, wenn du Hilfe brauchst. In Ordnung?“ Schnell gab er ihr noch einen leidenschaftlichen Kuss und mit eiligen Schritten gingen sie den anderen hinterher und ein paar Minuten später erreichten sie alle das große Eingangstor des Schlosses.
Dreimal schnell hintereinander Klopfen, das war das Zeichen für Lynn. Auch Spike hielt einen Augenblick lang den Atem an. Das war der schwächste Moment des Plans. Was war wenn Lynn sie alle verraten hatte und sie alle in die Hände des Magiers laufen würden? Im nächsten Moment öffnete sich langsam die Tür und vor ihnen stand eine weibliche Gestalt. Lynn.
„Kommt schnell rein.“ Sie winkte mit der Hand. „Das ganze Schloss ist ruhig. Die meisten Vampire sind draußen in der Stadt. Die Jägerinnen brachten die Kinder noch heute früh in Sicherheit und jetzt stehen sie bereit, um uns zu helfen.“
„Du bist klasse, Lynn.“ Mit einem warmen Lächeln begrüßte Spike die dunkelhaarige Jägerin und betrat vorsichtig als Erster das Schloss. „Willow?“
„Ich bringe euch zu ihr. Aber erst sollten wir die Vampire erledigen, die zu Hause geblieben sind. Oder?“
„Peter. Kennedy.“ Mit seinen Augen suchte er die zwei Personen, die im Schloss die zwei Vernichtungsgruppen anführen sollten. „Wie wir es schon mehrmals besprochen haben, nehmt ihr jeweils zehn Jägerinnen mit euch und durchforscht das ganze Schloss. Wenn es möglich ist, dann solltet ihr jeden Vampir möglichst im Stillen erledigen. Wir brauchen keine unnötigen Probleme.“
„Willow?“ Diesmal trat Faith an Lynn´s Seite. Auf ihrem Gesicht waren deutlich die Neugier, Aufregung und Ungeduld zu erkennen.
„Folgt mir.“ Mit eiligen Schritten ging sie erst die Treppen hoch, dann rannte sie bis zum Ende des ersten Korridors, wo sie alle wieder eine Treppen hinunterrannten. „Da lang“, sie winkte ihnen und blieb dann plötzlich vor einer massiven Tür stehen und öffnete diese nach kurzen Zögern mit einem Schlüssel, den sie schon im Laufen aus ihrer Hosentasche gefischt hatte.
„Willow?“ Spike fühlte, dass sein Mund sich bewegte, aber kein Wort seine Kehle verließ. Der Anblick der ehemals rothaarigen Hexe war zu schockierend für ihn. Mit bedächtigen Bewegungen stand eine dünne Frau mit langen weißen Haaren und mit kreidebleichem, faltigem Gesicht auf. „Red?“
„Sehe ich wirklich so furchtbar aus, Spike?“
Er konnte nur seinen Kopf schütteln, aber die Tränen, die langsam auf seinen Wangen herunterrollten, verrieten der Hexe die Wahrheit. „Die Schlüssel!“ Der Vampir streckte seine Hand nach Lynn und schaute sie mit wartendem Blick an.
„Ich … ich habe keine weiteren Schlüssel. Die Ketten an … an ihren Handgelenken kann ich nicht öffnen.“
„Wie bitte?“ Ein gefährliches Grollen aus Spike´s Kelle war hörbar, als er mit einem raschen Schritt zu der dunkelhaarigen Frau trat. „Du hast uns doch versprochen, dass du sie befreien kannst. Also frage ich dich noch einmal: Wo sind die Schlüssel?“
„Spike, bitte.“
Er schloss die Augen und holte mehrere Male unnötig Luft, ehe er sich wieder zu der Hexe umwenden konnte. Den derzeitigen Anblick der einstmals wunderschönen Frau konnte er kaum ertragen. Langsam öffnete er seine Augen und schaute ihr in ihre fast leblos wirkenden Augen. Die einzige bekannte Tatsache, die ihn an die einmal so mächtige Hexe erinnerte, war ihre Stimme.
„Zu meinen Ketten gibt es keine Schlüssel, die sie dir geben könnte. Mich hält Magie fest. Wenn ihr den Zauber des Magiers brecht, dann wäre ich sofort frei, aber bis dahin, muss ich hier angekettet bleiben.“
„Red?“ Mit zitternden Händen faste er nach ihrer weiblichen, mageren, angeketteten Hand. „Was müssen wir tun, um dich von hier retten zu können.“
„Wie alle Magier, soll auch er einen Talisman besitzen. Ihr müsst ihn finden und sofort zerbrechen. Ohne seinen Talisman hat er keine Macht mehr über mich und die Vampire. Glaubt mir, danach wird er durch die Hände seiner Vampire unter Qualen sterben.“
„Wie sieht dieser Talisman aus?“ Auch Faith trat ein paar Schritte näher an die Hexe. „Hilf uns, was wir suchen sollen?“
„Kennt ihr das Zeichen des ewigen Lebens, der Wiedergeburt?“
„Die Schlange, die sich in den Schwanz beißt“, flüsterte nachdenklich Spike. „Die Vampire kennen das Symbol für die Unendlichkeit, die ewige Wiederkehr und die Vereinigung von Gegensätzen – wie zum Beispiel hell und dunkel.“
„Wow!“ Anerkennend schaute Faith den Vampir an. „Woher weißt du soviel über diese … diese Schlange?“
„Auch Angelus hatte eine.
„Und du?“
Mit einem höhnischen Grinsen schaute Spike Lynn an. „Ich glaube nicht an Hokuspokus. Aber ich sollte meinem Sire dankbar sein, weil ich so ganz genau weiß, was wir suchen müssen.“
„Ganz genau?“ Verständnislos runzelte Faith die Stirn. „Wie meinst du das?“
„Wir suchen eine Halskette mit einem Anhänger – der die Schlange darstellen soll.“
„Aber wenn wir eine Halskette suchen, dann trägt der Besitzer sie bestimmt.“
„Nein, meine Liebe.“ Spikes Grinsen wurde breiter, als er zu seiner Geliebten trat und ihr einen schnellen Kuss gab. „Damals hatte Angelus immer Angst davor, dass er sie bei einem Angriff oder einem Kampf verlieren würde. Daher ließ er sie immer zu Hause, an einem sicheren Ort. Wir müssen nur herausfinden, wo sich der sichere Ort hier in diesem Gebäude befindet.“
„Im Schlafzimmer des Magiers.“
„Das könnte es sein“, wandte sich Spike nachdenklich an Lynn. „Wir sollten nachschauen. Willow, ich bitte dich, um noch ein bisschen Geduld. Bald wirst du wieder frei sein.“
„Wartet!“
Der blonde Vampir, der schon loslaufen wollte, stoppte sofort, als er Willow’s Ausruf hörte. Er drehte sich langsam um und schaute sie fragend an.
„Nehmt Sarah mit euch.“
„Die Vampirin“, fügte Lynn schnell hinzu, als sie die verständnislosen Minen ihrer Partner sah. „Sie ist in der Zelle gegenüber eingeschlossen. Kommt, ich öffne die Zellentür.“ Aus ihrer Tasche zog sie den großen Schlüssel erneut hervor und trat selbstsicher an die andere schwere Tür.
*****
Peter fühlte sich wie im Vampirparadies. Er musste sich gar nicht darum kümmern, mit wem er kämpfte und wen er tötete. Er hatte freie Hand bekommen, jeden Vampir zu töten, den er in dem Gebäude finden konnte. Die ersten fünf Vampire hat er einfach gepfählt. Der Sechste verursachte ihm einige schwere Augenblicke, aber letztendlich war er stärker. Das Training mit Spike war sehr – sehr nützlich gewesen. Jetzt verstand er auch, warum er immer geduldig sein und warum er auf den besten Moment warten sollte. Mit dem Pflock hätte er keine Chance gehabt seinen Gegner zu töten. Der andere Vampir war zu gut und es sah ganz so aus, als ob er jeden Trick kennen würde. Aber mit einer Sache hat sein Gegner nicht gerechnet – mit seinen Vampirzähnen. Als Peter den besten Moment erkannte, griff er das Monster mit seinen Fängen an dessen Hals an. Dieser konnte sich vor Überraschung gar nicht mehr wehren und das erste Mal in seinem Leben, bekam Peter die Möglichkeit warmes Blut zu kosten. Ein himmlischer Geschmack der sich dort in seinem Mund breitmachte und dann ganz langsam seine Kehle hinabfloss. Gierig saugte er auch den letzten Tropfen des Blutes aus seinem Gegner und als Gnadenstoß rammte er seinen Pflock in den leblosen, erschlafften Körper.
Sein Mund war noch blutgefleckt, als er nach seinem nächsten Opfer suchte. Endlich wusste er was bedeutete, aus einem „lebenden“ Körper warmes Blut zu trinken und er wollte dies erneut genießen. Wie ein richtiges Raubtier pirschte er sich an den nächsten Vampir heran und griff ihn von hinten an. Mit seinen spitzen, scharfen Fängen riss er die Haut an dem empfindlichen Hals seines Opfers auf und raubte dem Vampir blitzschnell das Blut, bis dieser im nächsten Moment nur noch ein Haufen Aschen war.
In seiner Nähe war jeder Vampir schon erledigt. Überall an seinem Körper hatte er größere und kleinere Wunden, aber das störte ihn nicht. Er legte seinen Kopf in den Nacken, schloss die Augen und genoss den wohligen Effekt des Blutes, das sich langsam in seinem Köper verbreitete. Er fühlte sich kräftiger als vorher. Plötzlich roch er einen merkwürdigen und neuen Duft in der Luft. Ein neues Monsterkind war in seiner Nähe.
Langsam öffnete er seine Augen und erblickte sich gegenüber eine Vampirin mit langem, braunen Haar und wunderschönen schokoladenbraunen Augen. Er witterte erneut in die Luft und der Duft der Vampirin trieb ihn schier in den Wahnsinn. Er fühlte wie sein Herz immer heftiger schlug und sich ein Kribbeln langsam in seinem ganzen Körper ausbreitete. Schnell schüttelte er den Kopf, um die ihm unbekannten Gefühle loszuwerden. Zögernd blickte er in seine Hand, um sicher zu gehen, dass sein Pflock, den er bald benutzen sollte, immer noch zwischen seinen Finger lag. „Es tut mir leid, meine Schönheit …“, flüsterte er, „… aber ich habe eine Aufgabe.“
„Immer mit der Ruhe, Casanova!“ Plötzlich erschien Spike mit einem frechen Grinsen auf dem Gesicht in seinem Blickfeld, der ihn auch sogleich fest an seiner Schulter packte und von der Vampirin wegzog. „Sie steht auf unserer Seite.“
„Aber … aber sie … sie ist …“
„Ich erkläre dir später alles. Aber jetzt müssen wir den Magier endgültig vernichten und dazu brauchen wir dich. Lynn“, wandte Spike sich zu der dunkelhaarigen Jägerin. „Zeig uns das Schlafzimmer.“
„Da lang.“
Auch Peter wollte ihnen folgen, aber seine Beine gehorchten ihm nicht mehr. Ganz so als ob er über seinen eigenen Körper keine Macht mehr haben würde. In seinem Kopf hörte er eine Stimme, die ihn langsam seinen Freunden hinterher schickte, aber laut der Stimme durfte er ihnen nicht helfen. Langsam folgte er der Stimme und bald befand sich auch Peter im Schlafzimmer des Magiers. In der Tür blieb er einen Moment lang stehen, um die Personen zu erfassen, die verzweifelt gegen eine andere Person kämpften.
In der Mitte des Zimmers stand der Besitzer der Stimme, der Peter warm anlächelte. Der Magier hob seine linke Hand langsam auf und winkte dem jungen Vampir zu, dass er eintreten durfte. „Es freut mich den Sohn der berühmtesten Jägerin endlich kennenzulernen. Ich wusste, dass du mich eines Tages aufsuchen wirst, Peter.“
„Was kann ich für Sie tun, Meister?“
„Du hast nur eine Aufgabe, mein Junge. Nimm ihm meinen Talisman weg!“
Mit gefühllosen Augen schaute Peter den blonden Vampir an, auf den der Magier mit seinem Finger deutete. Langsam trat er ein paar Schritte näher an Spike und folgte starr mit seinen Augen den Talisman in der Hand des blonden Vampirs.
„Peter?“
Er lachte höhnisch auf, als er Spike’s angstvolle Stimme hörte. „Die Halskette.“ Als Antwort schüttelte der blonde Vampir seinen Kopf. „Wie du willst!“ Mit einer hastigen Bewegung stieß er Spike zur Seite und packte mit seiner rechten Hand seine Tante kräftig an ihrem Hals und hob sie im nächsten Moment langsam Millimeter für Millimeter vom Boden hoch. „Die Halskette, oder …“ Neugierig schaute er Faith in die Augen, die sich von seinem festen und tödlich Griff immer heftiger zu befreien versuchte. „ … oder deine ach so sehr geliebte Familie wird hier auf der Stelle sterben.“
„Bitte nicht.“
Spikes flüstern war kaum hörbar, als er mit ansehen musste, wie die Füße seiner Geliebte den Boden nicht mehr berührten und als er hören musste, wie seine Geliebte mit jedem schweren Atemzug, um ihr Leben kämpfte.
„Bitte nicht“, wiederholte Spike und gab Peter mit zitternder Hand die Kette.
„Guter Junge“, imitierte Peter Spike’s Stimme frech. „Du hast gut gewählt, aber leider … habe ich dir nicht versprochen, dass ich Faith frei lassen werde.“
„Peter! Warte!“
„Worauf, Lynn?“, fragte Peter die Jägerin, ohne sie anzuschauen.
„Auf die Erlösung.“
Und bevor jemand die Chance gehabt hätte, die dunkelhaarige Jägerin aufzuhalten griff sie den Magier, mit der Hilfe von Sarah an. Mit gut gezielten Schlagen trafen sie ihn überall auf seinem Körper, bis er endlich einen Moment lang seine Balance verlor und zu Peter´s größter Überraschung die Stimme in seinem Kopf plötzlich verschwunden war. Endlich konnte er seine Bewegungen wieder selbst beherrschen.
„Oh, mein Gott“, seufzte er auf, als er die strampelnde Faith in seiner Hand erblickte. „Es tut mir Leid …“, er ließ seine Tante vorsichtig frei und legte ihren schlaffen Körper behutsam auf den Boden, „… ich weiß … nicht …was …. ich.“
„Der … Talisman“, flüsterte Faith kaum hörbar. „Du musst ihn zerstören, bevor …“
Den Satz konnte seine Tante nie beenden, da plötzlich ein ohrenbetäubender Schrei durch den Raum hallte. Peter drehte seinen Kopf in Richtung des Schreis und er sah gerade noch, als der schlaffe Körper der Vampirin mit einem lauten Krachen auf dem Boden landete. Die Nächste war Lynn, die der Magier gnadenlos an die Wand warf.
Noch einmal blickte Peter Faith an, dann richtete er sich auf, um Spike zu helfen, der eben mit Entschlossenheit und seinem Gameface den Magier angreifen wollte. Die hypnotische Stimme des Magiers stoppte Peter aber nach zwei Schritten.
„Töte die Jägerin!“
Peter’s dämonisches Gesicht kam zum Vorschein und laut grollend trat er erneut neben seine Tante und packte sie grob an ihren Händen. Er zerrte sie gnadenlos hoch und im nächsten Moment bohrten sich bereits seine spitzen Vampirzähne in den Hals der Jägerin.
„Es tut mir Leid, Buffy. Ich habe versagt.“
Obwohl Faith’s Geflüster kaum hörbar war, hörte es sich in Peters Ohren so an, als hätte sie es geschrien. Jäh ließ er den Körper seiner Tante los und trat auf wackeligen Beinen ein paar Schritte nach hinten. Verzweifelt schüttelte er seinen Kopf und um die ungeduldige Stimme des Magiers zu übertönen, brüllte er: „Sei endlich mal still! Ich bin kein Monster. Ich bin der Sohn der berühmtesten Jägerin.“
„Ja, genau. Und mit deiner Hilfe kann ich nochmal alles von vorne anfangen, mein Junge.“ Auf dem Gesicht des Magiers erschien ein grausames Lächeln. „Du bist stark genug, um auf meiner Seite die ganze Welt zu regieren. Aber dazu musst du sie töten.“
„Nie im Leben“, zischte Peter hasserfüllt und bevor der Magier etwas dagegen tun konnte, zerbrach er das Medaillon in seiner Hand.
„Du weißt gar nicht, was du eben getan hast!“
„Oh, doch“, lachte Peter beißend auf. „Wie ein Held mir einmal geraten hatte, schreibe ich ein neues Kapitel in der Vampirgeschichte.“
Und wie ein richtiges Raubtier knurrte er grollend auf und stieß im nächsten Moment seine Fänge in die Vene an dem Hals des Magiers.
Epilog
Das kleine Mädchen in seinen Armen gähnte. Lächelnd streichelte Spike über das wunderschöne, kleine Gesicht. Drei Tage vorher kam seine Tochter auf die Welt, aber er konnte immer noch nicht glauben, dass er Vater geworden war.
Es klopfte an der Tür, die im nächsten Moment geöffnet wurde und mit leisen Schritten kamen zwei Vampire ins Zimmer.
„Peter. Sarah. Kommt ruhig näher.“
„Tante, Spike“, begrüßend nickte der junge Vampir. „Wir möchten uns verabschieden. Aber vor unserer Abreise, wollten wir die kleine Schönheit noch sehen.“
„Hat euch der Rat also endlich eine Antwort gegeben, Peter?“, fragte Faith neugierig.
„Seitdem Willow mir meine Seele zurückgegeben hat, fürchten sich die Mitglieder des Rates nicht mehr vor mir. Und ja, der Rat braucht unsere Hilfe, also haben wir vor, nach Europa zu reisen.“
„Was würdet ihr zu London sagen?“, fragte Spike. „Ihr könntet zum Beispiel meine Wohnung benutzen.“
„Das … das können wir nicht …“
„Vielen Dank, William“, fiel Sarah Peter schnell ins Wort.
„In Ordnung“, zustimmend nickte Peter. „Wir nehmen dein Angebot gerne an.“
Es klopfte wieder und diesmal erschien Lynns Kopf in der Tür.
„Endlich bist du hier, Lynn.“ Ein frohes, breites Lächeln erschien auf Faith’s Gesicht. „Ich hatte schon Angst, dass du nicht her kommst.“
„Und so eine Schönheit nicht ansehen? Das würde ich auf keinen Fall auslassen wollen. Als du mich angerufen hast, war ich gerade bei meiner Schwester und kam erst heute früh zurück.“
„Ist alles in Ordnung zwischen euch?“
„Das würde ich noch nicht sagen, Faith, aber seitdem Willow mir geholfen hat, wieder normal zu leben … spricht sie zumindest mit mir. Aber irgendwo müssen wir ja anfangen, nicht wahr.“
Und du Faith? Wie hast du dich entschieden?“
„Eine Weile lang möchte ich das mit dem ewigen Leben noch nicht aufgeben. Ich liebe einen beseelten Vampir und meine Tochter wird auch kein normales Leben führen.“
„Spike?“ Vorsichtig trat Lynn zu dem blonden Vampir. „Darf ich deine Tochter ein bisschen im Arm halten? Es ist schon lange her, das ich ein Baby halten konnte.“
Lächelnd nickte Spike und übergab Lynn vorsichtig seine Tochter, dann trat er zum Bett seiner Frau und nahm neben ihr Platz. „Ich liebe dich“, flüsterte er und gab ihr einen langen leidenschaftlichen Kuss. Drei Tage lang wusste er nun schon, worauf er sein ganzes Leben und auch sein ganzes Unleben lang gewartet hatte: Eine richtige Familie.
Ende