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 Silentthunder: The edge of darkness - Teil 3
Geschrieben von Silentthunder am Sonntag, 07. Februar 2010 @ 17:44:54 Uhr



Autor: Silentthunder
Homepage: http://www.thunder-of-silent.de/
Titel: The edge of darkness
Inhalt: Langsam gewöhnt sich Elisabeth an das Leben auf Hampton Court. Doch dann kommt sie der Hausherrin in die Quere und bekommt prompt Ärger.
Altersfreigabe: alle Altersklassen
Teil: 3/15
Disclaimer: Alle in dieser Story verwendeten Charaktere und Grundkonzepte sind Eigentum der jeweiligen Rechteinhaber. Sie werden einzig und allein zu Unterhaltungszwecken genutzt. Eine Copyright-Verletzung ist weder beabsichtigt noch impliziert.
Hauptcharakter(e)/Paar(e): Elisabeth/William
Kommentar: Vielen lieben Dank an alle Leser, Punktegeber und Kommischreiber! Vor allem aber meiner Beta, Lorias, die immer für mich da ist! Viel Spaß beim Lesen...



 

Teil 3

Die Zeit verging wie im Flug und Elisabeth konnte kaum glauben, dass sie schon drei Wochen auf Hampton Court sein sollte. Bisher hatte sie Glück gehabt, wenn man es denn so nennen konnte. Lady Margret schien sich nicht sonderlich für sie zu interessieren und ließ sie weitestgehend in Ruhe. Bisher hatten sie sich nicht einmal Aug in Aug gegenübergestanden, und doch wusste Elisabeth, dass die Hausherrin regelmäßig Erkundigungen über sie einzog. Mary erwähnte es hin und wieder, genau wie die uralte Hausdame, Sarah Walters, die die meiste Zeit des Tages auf ihrem Lehnstuhl neben dem Kamin in der Küche verschlief.

Sarah Walters war das Unikum des Hauses. Niemand wusste genau, wie alt sie war und wie lange sie hier schon ihren Dienst tat. Aber sie musste schon viele Dienstherren kommen und gehen gesehen haben, denn die Geschichten, die sie hin und wieder erzählte, entsprangen oft einer längst vergangenen Epoche, in der noch regelmäßig Bälle oder andere gesellschaftlichen Ereignisse auf Hampton Court gefeiert worden waren. Zudem hatte Sarah Walters Elisabeth sofort ins Herz geschlossen und auch, wenn ihr hin und wieder einmal etwas entschlüpfte, was eigentlich niemand aus der Dienerschaft erfahren sollte, so biss sie doch die Zähne zusammen, wann immer ihre Herrin kam und Fragen stellte.

Überhaupt hatte Elisabeth unverschämtes Glück mit den Angestellten der Familie Hampton. Jeder, wirklich jeder einzelne stand hinter ihr und deckte ihr den Rücken, wann immer es sein musste. Und Elisabeth musste beschämt eingestehen, dass sie noch viel Hilfe brauchte. Sie war niemals untätig gewesen, ihr ganzes kurzes Leben nicht, aber die Arbeit einer normalen Dienstmagd brachte sie an den Rand ihrer Kräfte.

Schon mittags war sie hin und wieder so müde, dass sie während des Essens einfach bei Tisch einnickte. Und wann immer das geschah, musste sie hinterher mit Mary schimpfen, denn die gute Frau dachte nicht daran, sie nach der kurzen Pause zu wecken. Im Gegenteil, irgendwann erwachte Elisabeth wieder und die vielen anderen Mädchen hatte sich ihre Arbeit untereinander aufgeteilt und erledigt.

Und genau das war etwas, was Elisabeth keinesfalls wollte. Sie wollte keine Extravergünstigungen, sie wollte keine Sonderstellung, denn dann würde es nicht lange dauern, bis sich zumindest einige der Dienstboten gegen sie stellen würden. Und Elisabeth hätte es ihnen nicht einmal verübeln können. Doch nun, nach drei Wochen Dienstzeit, gewöhnte sich ihr Körper an die harte Arbeit und sie überstand die Tage immer besser.

*~*~*

„Elisabeth, Kind“, rief Mary, gerade als Elisabeth die große Küche betrat. „Ich könnte deine Hilfe brauchen.“ Sie lächelte ihr, wie eigentlich immer, freundlich entgegen. „Der junge Herr hat gestern noch eine lange Zeit in der Bibliothek verbracht und der Russ müsste noch aus dem Kamin gefegt werden.“

Nickend durchquerte Elisabeth den Raum, nahm Eimer und Kehrblech und Besen und war gerade auf dem Weg, die Küche wieder zu verlassen, als Mary sie noch einmal zurückrief.

„Du kennst den Weg, oder? Ich möchte nicht, dass du planlos durch das Gebäude rennst, und am besten dann noch Lady Margret in die Hände fällst.“

„Selbstverständlich kenne ich den Weg“, lachte Elisabeth. „So schwer ist es nun auch nicht, sich hier zurechtzufinden.“

„Ich dachte nur“, erwiderte Mary und lächelte verschmitzt. „Sonst hätte ich dir Tara oder Willow mitgegeben. Die beiden sind schon so lange hier, dass sie die verschlungenen Wege auf Hampton Court im Schlaf ablaufen können.“

„Danke, aber ich brauche wirklich keine Hilfe“, erwiderte Elisabeth und schlüpfte durch die Tür. Mary war und blieb einmalig. Sie passte auf Elisabeth auf, wie keine Mutter der Welt es hätte besser machen können, doch hin und wieder übertrieb sie es auch. Immerhin war Elisabeth kein kleines Kind, und auch, wenn Hampton Court verwinkelt und verbaut war, jeder Hausherr schien einen eigenen Flügel angehängt zu haben, so würde sie den Weg zur Bibliothek schon finden.

Doch dann gingen ihre Gedanken andere Wege. Der junge Herr… bisher hatte sie ihn noch nicht ein einziges Mal zu Gesicht bekommen. Sie wusste nur, dass er eine Menge Zeit in der Bibliothek verbrachte und schon das brachte sie zu der Annahme, dass er ein Bücherwurm war, und das Bild, das sie sich von ihm gemacht hatte, war nicht unbedingt positiv. Wahrscheinlich, so dachte sie, war er ein verweichlichter junger Grünschnabel, wie viele der jungen Männer, die aus reichen, wohlhabenden Familien entstammten.

Elisabeth huschte die langen dunklen Fluren entlang, überlegte einen Moment und erinnerte sich dann an den Weg zur Bibliothek. Schnell schlüpfte sie durch die große Tür und eilte durch den dunklen Raum, an dessen Wände sich gewaltige Regale auftürmten, angefüllt mit vielerlei verschiedener Lektüre. Für einen Moment stand sie wie gebannt vor den endlosen Buchrücken, doch dann schüttelte sie die Starre ab. Sie war nicht hier, um zu lesen, sondern um zu arbeiten.

Der Kamin war schnell gefunden, denn eine solche Monstrosität von steinerner Baukunst suchte seinesgleichen. Niemals zuvor hatte Elisabeth ein solches Gebilde gesehen. Er war aus schwarzem Granit erbaut, reichte beinahe bis an die Decke und über dem oberen Sims waren Reliefe eingemeißelt, die wohl an Jagdszenen erinnern sollten, aber eher wie Schlachtszenen aussahen, denn es floss so schauderhaft viel Blut, das es nahezu aus den steinernen Bildern triefte. Sie schüttelte sich und beeilte sich dann, den Russ zusammenzukehren.

Dann jedoch wanderten ihre Blicke wieder zurück zu den Bücherregalen. Schon immer hatte sie gerne gelesen und die Folianten zogen sie wie magisch an. Es war unglaublich schwer, dem Drang zu widerstehen, einfach hinüberzugehen und…

„Reiß dich zusammen“, schimpfte sie mit sich selbst und wandte sich wieder zurück, um ihre Aufgabe zu beenden und den Verlockungen des gewaltigen Raumes so rasch wie möglich zu entfliehen.

Der Rest der Asche war dann auch schnell zusammengekehrt und sie erhob sich, packte den Eimer, doch kaum war sie an der langen Wand mit den Bücherregalen vorbeigeschritten, stockte sie ein weiteres Mal. Wie von Zauberhand geführt, wischte sie ihre Hände an der Schürze ab, und steuerte schnurstracks auf die dicken Wälzer zu, von denen sie kaum die Augen lassen konnte.

„Voltaire“, murmelte sie leise und strich mit den nun sauberen Fingern über den Buchrücken. Ihr Vater hatte stets den Kopf geschüttelt, wenn sie nach den Werken des einflussreichen französischen Schriftstellers gefragt hatte.

*~*~*

„Franzosen sind seltsame Menschen“, hatte er stets gesagt. „Sie sprechen seltsam, essen bizarre Speisen und haben oft ein äußerst zweifelhaftes Gedankengut. Ausgerechnet Voltaire“, hatte er dann geschimpft. „Weißt du eigentlich, welch seltsame Ideen dieser Mann hatte?“

„Nicht genau“, hatte Elisabeth gelacht. „Aus dem Grund möchte ich ja seine Bücher und Schriften lesen.“

„Nein, Elisabeth. Ganz sicher nicht Voltaire. Ich möchte dein hübsches Köpfchen nicht mit gefährlichen Vorstellungen füllen. Wie wäre es stattdessen mit Shakespeare? Das ist gute englische Lektüre, die…“ Er hatte gelacht, als er das entsetzte Gesicht seiner Tochter gesehen hatte. „Nicht Shakespeare?“

„Nein, danke“, hatte sie wenig diplomatisch geantwortet. „Ich kenne seine Werke in- und auswendig. Genau wie alle Bücher der englischen Dichter und Denker. Ich würde gerne einmal etwas Neues probieren. Und wenn schon nicht Voltaire, dann vielleicht Moliere. Ich habe gehört, dass seine Aufführungen und Dramen in Büchern zusammengefasst worden sind.“

*~*~*

Elisabeth seufzte und holte sich selbst schnell aus der Vergangenheit zurück. Es tat zu weh, an ihre Eltern zu denken und so konzentrierte sie sich auf das, was vor ihr lag. Und das waren eine immense Menge Bücher, über deren dicke Einbände längst wieder ihre Finger wanderten.

Von Voltaire gab es eine Unmenge von Stücken, unzählige Schriften und Pamphlete waren hier zusammengefasst, ebenso wie die gesammelten Werke vieler zeitgenössischer Autoren. Oliver Goldsmith tummelte sich neben David Hume, Laurence Sterne neben Jonathan Swift und wie immer durfte auch William Shakespeare nicht fehlen. Vollkommen die Welt um sich herum vergessend, nahm sie mit spitzen Fingern vorsichtig eins der dicken Bücher heraus, das ihr, warum auch immer, besonders ins Auge gefallen war.

„Ich wusste bisher nicht, dass wir so wissenshungrige Dienstmädchen im Haus haben!“

Erschreckt fuhr Elisabeth herum und sah sich einem jungen Mann gegenüber, dessen Eintreten in den großen Raum sie nicht bemerkt hatte. Ihr erster Gedanke war, sich zu entschuldigen und sofort zu verschwinden, doch etwas in seiner Haltung weckte ihren Trotz.

Sie schob das Kinn vor und wich auch seinem Blick nicht aus. „Nicht alle Dienstboten sind dumm und ungebildet!“

Der junge Mann lachte vergnügt und starrte sie beinahe bewundernd an, doch bevor er eine Erwiderung von sich geben konnte, drang die scharfe Stimme ihrer Tante zu ihnen durch. Sekundenbruchteile später flog die schwere Tür der Bibliothek krachend auf. „William! Ich habe dir ausrichten lassen, dass ich dich zu sprechen…“

Lady Margret stockte, als sie Elisabeth erkannte und funkelte sogleich ihren Stiefsohn finster an. „Was in Drei Teufels Namen macht sie hier?“

„Sie?“, wiederholte der junge Hausherr und schüttelte den Kopf. „Was soll sie schon hier machen?“ Er deutete auf Eimer und Kehrblech. „Sie macht ihre Arbeit, nehme ich an. Ich dachte, liebste Stiefmama, du wüsstest, wofür du so viele Dienstboten hast.“

„Und warum hat sie dann ein Buch in der Hand?“, schoss es aus Lady Margret heraus.

Ihr Gesicht war von Wut verzerrt und Elisabeth wollte sich gerade rechtfertigen, als der junge Hausherr ihr zuvorkam. „Ich habe sie darum gebeten, es mir aus dem Regal zu holen“, schnaubte er, riss Elisabeth das Buch aus der Hand und hielt es seiner Stiefmutter unter die Nase. „Oder glaubst du etwa, eins deiner Dienstmädchen würde sich für Leonhard Euler, der ein herausragender Schweizer Mathematiker war, interessieren?“

Zufrieden blickte ihre Tante nach der barschen Aussage des jungen Mannes noch immer nicht drein, aber ihre Gesichtsmuskeln entspannten sich etwas. „Ich habe mit dir zu reden, William!“

„Aber gerne doch, liebste Stiefmama“, sagte William Hampton in einer Stimmlage, die das Gegenteil behauptete. Er wandte sich an Elisabeth. „Danke“, sagte er und warf ihr einen eindringlichen Blick zu. „Du kannst jetzt gehen!“

Das ließ Elisabeth sich natürlich nicht zweimal sagen. Sie knickste kurz vor beiden Herrschaften, schnappte Eimer und Kehrblech und entschwand so schnell aus dem Raum, wie sie konnte.

 

*~*~*

Mary war natürlich ihre erste Anlaufstelle. Allerdings blieb sie bei der Geschichte des jungen Hausherrn, der so geschickt für sie in die Bresche gesprungen war, und erwähnte nicht, dass sie sich bei all den Büchern nicht hatte zurückhalten können und den Ärger somit selbst heraufbeschworen hatte.

„Es scheint“, so sagte sie und legte dabei die Stirn in Falten, „als wären Stiefmutter und Stiefsohn nicht unbedingt ein Herz und eine Seele.“

„Nein, das sind sie wahrhaftig nicht“, erwiderte die gutmütige Frau, nachdem sie sich vergewissert hatte, allein mit Elisabeth im Raum zu sein. „Kind“, seufzte sie dann, „es scheint, als würdest du das Unglück magisch anziehen“, meinte sie dann und schüttelte den Kopf. „Das wird bestimmt noch ein Nachspiel haben!“


 
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"Silentthunder: The edge of darkness - Teil 3" | Anmelden/Neuanmeldung | 3 Kommentare | Diskussion durchsuchen
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Re: Silentthunder: The edge of darkness - Teil 3 (Punkte: 1)
von cordykitten auf Sonntag, 07. Februar 2010 @ 18:59:50 Uhr
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Uh-huh... Williams Reaktion hat Elisabeth vor schlimmerem bewahrt. Ich hoffe für sie, dass sie so davonkommt, ohne das noch viel passiert.



Re: Silentthunder: The edge of darkness - Teil 3 (Punkte: 1)
von Karen auf Montag, 08. Februar 2010 @ 16:33:50 Uhr
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Hallo!

Ich fand den Teil wieder außerordentlich gelungen.

Während des lesens habe ich bereits vermutet, dass Elizabeth der Vielzahl an Büchern letztendlich doch nicht wiederstehen kann und beim unerlaubten schmöckern von ihrer Tante überrascht wird.

Aber mit William hatte ich nicht im mindesten gerechnet und erst recht nicht damit, dass er hat ihr auch noch aus der Klemme hilft. Das war sooo süß!!! *dahin schmelz*

Also sind William und seine Stiefmutter doch nicht so dicke miteinander, was sich für Buffy tatsächliche als Vorteile entpuppen könnte.

Ich bleibe weiterhin gespannt, wie eine Flizebogen und erwarte neugierig den nächsten Teil.

Liebe Grüße,
Karen



Re: Silentthunder: The edge of darkness - Teil 3 (Punkte: 1)
von fallenAngel auf Dienstag, 09. Februar 2010 @ 21:22:10 Uhr
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Wie immer bin ich hin und weg :D. William ist ja total lieb *gg* und ich wette, dass er mit seiner Stiefmutter in den Krieg zieht, wenn er erfährt wer Elisabeth ist!

Ich kanns kaum erwarten! *vor Freude auf und ab hüpft*

Ich bin schon gespannt, wie sich das alles entwickelt. Zum Glück scheint er seine Stiefmutter ja nicht abgöttisch zu lieben. Ich frage mich nur, wie die Frau das geplant hat, wenn er das Erbe antritt. Irgendwas fieses hat sie sicher in der Hinterhand. Was das wohl sein mag? Sie muss William ja unter Druck setzten können.

Freue mich schon auf den nächsten Teil :).

*winke*








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